Angeln von einer Seebrücke ist für Ostseeneulinge ideal. Man muß nicht mehr weit auswerfen, kann sein Süßwassermaterial einsetzen und steht schon mitten im Fisch. Meistens sind Bänke und Papierkörbe aufgestellt. Man kann sich gemütlich wie zu Hause einrichten, mit Abendbrot, Kofferradio und Zelt. Bis zum Sonnenuntergang sind die Brücken rammelvoll Urlauber, dann wird es ruhiger. Deshalb ist angeln auf vielen Seebrücken leider nur nach 21 Uhr gestattet. Ich gehe meistens erst gegen 2 Uhr los und angle in den Sonnenaufgang. Man findet dann auch einen kostenlosen Parkplatz.

Bitte verlaßt die Seebrücke so sauber, wie ihr sie vorgefunden habt und schnitzt keine Kerben in die Geländer. Angelmüll, Blutflecken und Kerben verärgern die Stadtväter so, daß auf mancher Seebrücke das Angeln komplett verboten wird!

Gerät: um 3m lange Rute mit starkem Rückrad. Teleruten sind ungeeignet. Man will ja seinen Fisch damit über das Brückengeländer heben. Bei wenig Brandung gelingt das auch mit einer Aalrute von 80g Wg. In schwerer Brandung benötigt man eine stabile Rute von 100-200g Wg, denn ein 80g leichtes Blei wird nicht liegen bleiben. Im Sommer ist bei Sturm viel Kraut unterwegs. Auf Grund liegt ein Paternoster mit 2 scharfen Meereshaken und Auftriebsperlen, Köder ist der Wattwurm. Wattwürmer sind wie mit Körperflüssigkeit gefüllte Häute. Sie lassen sich am besten mit einer Wattwurmnadel aufziehen. Die Auftriebsperlen heben den Köder etwas an, im Sommer sind die Krabben sehr lästig.

Aalglöckchen gehören nicht auf eine Seebrücke. Sie machen alle Leute wild und bimmeln doch blos mit den Wellen. Als Bißanzeiger verwendet man Knicklichter.

Wenn es sehr windig ist, sollte man seine Ruten am Geländer fest binden. Ich habe dafür einen einfachen Gurt aus Gummi mit 2 Haken, welche man ineinander steckt.

Spinnfischen mit Blinkern ist durchaus üblich, wenn genügend Platz ist. Man hält die Rute dabei über Kopf nach unten und kurbelt gleichmäßig ein. In dieser Haltung ist der Schnurwinkel nicht so steil und der Blinker bleibt länger unter Wasser.

Hornhecht wird gern in den frühen Morgenstunden mit Wasserkugel, Pose, Sbirolino und Fischfetzen gefangen. Nach 8 Uhr ist ja angeln verboten und die Parkplatzuhr beginnt zu laufen.

Der Fang wird natürlich von allen Neugierigen rundum bestaunt. Nicht nervös werden, Fisch betäuben und töten wie üblich. Auf keinen Fall darf der Fang ausgenommen werden. Diese Sauerei hinterläßt zu heftige Spuren, auch nachts. Steckt euch einen nassen Lappen ein um die Finger ab und an zu säubern.

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